Oberallgäuer alemannische Mundart: 
2 Hörproben
(mp3-Format)

D' Kappe (472 kB)
(Eugenie Scholl-Rohrmoser,
Hindelang-Bad Oberdorf;
aus der CD "Beargwiichenächt")

Heilege Nacht (492 KB)
(Eugenie Scholl-Rohrmoser,
Hindelang-Bad Oberdorf;
aus der CD "Beargwiichenächt")

Und hier noch ein paar schriftliche Kostproben der alemannischen Mundart, wie sie im Ostrachtal
(Marktgemeinde
Bad Hindelang, Landkreis Oberallgäu, Bayern) gesprochen und gesungen wird:

Ostrachtal

in Lautschrift

Bedeutung

Vergleich mit anderen Sprachen

Gade, n

Gaadè

Schlafzimmer

ahd. gadum = Fenster

Wiib, f

Wiib

Weib, Frau

mhd. wib, engl. wife

Fehl, f

Féel

Mädchen, Tochter

lat. filia

Fearschine, f

Fearschìnè

Ferse

 

feard

 

voriges Jahr

 

nächt

 

gestern

 

sear

 

1. schmerzhaft
2. schlecht gelaunt

1. engl. serious

Guggummer, f

Guggúmmer

Gurke

engl. cucumber

amoare

ámoarè

sich morgens waschen

 

Gudder, f

 

Flasche

 

Ziting, f

 

Zeitung

 

grüebe

grüebè

ausruhen

 

Woarb, m

 

Stiel der Sense

 

gruzzge

grùzzgè

quietschen

 

z'litzl

z'litzl

zu wenig, knapp

engl. little

baarme

báarmè

zunehmen, einen Bauch bekommen

 

laibe

laibè

übriglassen

 

helde

héldè

kippen, z. B. den Teller, um die Suppe besser herauslöffeln zu können,
eine Halde machen, also eigentlich "hälden"

 

schträhle

schtrählè

kämmen, "strählen" = Strahlen machen

 

es ruit be,
es hot be g'robe

 

es reut mich,
es hat mich gereut

 

ünderdirbet

 

wortwörtlich: "das Unterste zu Oberst"

 

Die beiden kurzen Kostproben von der Hindelanger Heimatdichterin Eugenie Scholl-Rohrmoser,
gesprochen von der Autorin selbst, können Sie sich hier anhören. Dauer jeweils ca. 30 Sek.
Text 1 (aus der weihnachtlichen Kurzgeschichte "D' Kappe")
Text 2 (aus dem Weihnachtsgedicht "Heilege Nacht")

Beide Texte sowie wunderschöne weihnachtliche Musik aus der Gemeinde Bad Hindelang finden sich auf der folgenden CD:

Bergweihnacht im Allgäu (Beargwiichenächt) - BOGNER RECORDS

Zwei weitere kleine gereimte Kostproben:

Dr verdwischt Dixlar

A Summerobed ischt es gwea, a wünderschine Nacht.

Viel Schteane hon e glitzge gsea, es isch grad gwea a Pracht.

Uf uimol, wie r i lüeg in Mong, fällt ber ming Meidle ing.

Ei, schlåft se? Tråmt se go schu lång? I mächt grad bei ner sing.

Dur d Gässle dixle i reacht schtill, bliib voar em Finschter schtång.

Am Lade grad i klocke will - nå kut dr Ålt -- i gång!

Moarge im Tal

Ibers Joh hea wierd es healer, tage tüet es grad a so.

's Gwilk am Himel wierd schu gealer. D' Henna schliefet rüs bem Lo'.

He, am Hoan dom isch schu d' Sunne, gulde schlächt se doba a.

A Gasseküeh süft no am Brunne, 's Alphoan klingt dur d' Viehweid ra.

D' Hirte d' Kieh is Doarf huim triibet, d' Büre waartet schu im Schtal.

Klei' Büebe i de Öüge riibet. 's Tal wierd wach vum Schealehal.

D' Friehmeaßglogge öü schu klinget. D' Veegel singet lång schu all.

Schüelar mit de Ränzle schpringet: Moarge ischts im Oaschtrachtal.

und hier noch ein Text von Eugenie Scholl-Rohrmoser:

Eine interessante Seite in allgäu-alemannischer Mundart kommt aus Obermaiselstein: inghuimisch